Das Svitlana-Syndrom könnte sich nach Kriegsende zu einer gesellschaftlichen Herausforderung für die Ukraine entwickeln.

Ukraine: Svitlana ist Sanitäterin an der Front.
An manchen Tagen hat sie mehr blutende, verstümmelte Körper getragen, als Worte gesprochen. Ihr Freund hat sich nach Hamburg abgesetzt und schickt Fotos vom Picknick an der Alster. 
Und sie solle doch nachkommen, schreibt er.

Seine Nachrichten verloren Woche für Woche an Bedeutung.
Sie wurden ihr zunehmend unangenehm und
machten sie zornig. 

An einem frostigen Oktobermorgen verließ sie die Stellung, um die Satellitenverbindung zu nutzen. 
Sie schrieb eine SMS: „Im gleichen Maße, wie ich dich einst geliebt habe, schäme ich mich jetzt für dich. Lebe dein Leben ohne mich. Svitlana“

Diese Geschichte beschreibt einen möglichen Konflikt zwischen jenen jungen Menschen, die in ihrer Heimat geblieben sind, und denen, die ins Ausland gegangen sind, um nicht ihrem Heimatland dienen zu müssen.  

Die Frage ist: 
Wird dieses Svitlana-Syndrom nach Kriegsende zu einem gesellschaftlichen Konflikt? 
Was passiert, wenn die Geflohenen auf diejenigen treffen, die geblieben sind? 

Ukraine: Das Svitlana-Syndrom