Erfahrungen mit dem Sozialamt Altona 
Die hier geschilderten Vorgänge basieren auf vorliegende Dokumente und auf der Darstellung des Betroffenen und stellen somit eine persönliche Bewertung dar. ← Zurück zur Übersicht

Eine linke Masche?

von Christian Stoll, 26.05.2026

Neulich las ich von einer genialen Methode aus einer fernen Bananenrepublik. Ein Ort, an dem Korruption die Armut befeuert und Staatsbedienstete sich gegenüber ihren Bürgern wie Feudalherren aufführen. Die Leiterin des Sozialamts hatte einen Weg gefunden, lästige Bittsteller mundtot zu machen: Keine blöden Fragen mehr, keine sinnlosen Beschwerden. Es war eine Meisterleistung, die ihr den Respekt der Kollegen einbrachte und ihrer Karriere sicherlich nicht im Wege stehen würde. 

Die Idee war so simpel wie genial.

 Sie…

Obwohl, einen Moment. Sorry, stimmt nicht. Nein!
Nein, es war keine Bananenrepublik.
Und es war auch nicht die Chefin der Sozialbehörde.
Es war, lassen Sie mich überlegen.
Genau. Diese Geschichte hat sich in Hamburg zugetragen.
Es war die Leiterin des Sozialamts Altona. Genau. Die hatte die Idee.
Die verschickt solche Briefe. 

Sozialamt Hamburg-Altona

Die Idee hatte sie angeblich, als sie einem Schwarm Stare beim Fliegen zusah. Wenn sich dem Starenschwarm (Behörde) nämlich ein Feind,  zum Beispiel ein Greifvogel (Bürger), nähert,  nutzen die Vögel den Verwirrungseffekt: Sie fliegen in alle Richtungen davon, der Feind (Bürger) ist irritiert und lässt von seiner Beute (Behörde) ab.
„ Verwirrung ist das Zauberwort”, soll sie sich gedacht haben. „ Verwirrung stiften. Dem Bürger das Ziel diffus präsentieren, um sich ihn mit seinen ständigen Fragen und Beschwerden vom Leibe zu halten.”
Die bürokratische Evolution im Sozialamt Altona war geboren.
Per Dekret soll sie angeordnet haben, dass ab sofort in jedem behördlichen Schreiben zwei unterschiedliche Namen aufgeführt werden: Einer prangt oben im Briefkopf, ein völlig anderer steht unten am Ende, als Grußformel.

Bei den Staren nennt man es Schwarmintelligenz: Die eine Hälfte fliegt nach links, die andere nach rechts. Der Greifvogel weiß nicht, wem er folgen soll. Der Bürger auch nicht: Wer ist zuständig? Er weiß es nicht. Durch die zwei unterschiedlichen Namen wird ihm der Fokus genommen. Das verwirrt.
Aber damit nicht genug. Die Fachamtsleiterin setzt dem Ganzen noch die Krone auf. 

Um die Reizüberflutung zu perfektionieren, wird der Name am Ende des Briefes komplett nackt präsentiert. Kein Vorname. Nur ein Nachname. Kein „Herr“, keine „Frau“, nicht einmal ein vertretungsweiser Zusatz wie „im Auftrag“. Das Verwirrspiel ist perfekt. Der Wille zur Kontaktaufnahme bricht. Die Behörde hat endlich ihre Ruhe. 

Wie weiter zu lesen ist, tanzte jedoch einer aus der Reihe: der Rentner Hans S.
Dieser Schmock wagte es tatsächlich, sich über die mangelnde Transparenz der Behördenbriefe zu beschweren. Die Antwort der Leiterin des Sozialamts Altona verstand der Rentner als ein Meisterwerk versteckter, boshafter und überheblicher Anspielungen: „Gerade dadurch, dass zwei Namen in den Briefen genannt werden, entsteht Transparenz.“

Selbstverständlich.
Und niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!
Lesen Sie die ganze Geschichte →